Regionales Einzelhandelskonzept Mittelthüringen (REHK) …

Der Einzelhandel in Mittelthüringen erfüllt eine unverzichtbare Funktion in der Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Gütern. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den im REHK ermittelten Kaufkraftbindungsquoten, die fast über alle Sortimente hinweg ausgeglichen sind und einen Beleg dafür bilden, dass sich die Bevölkerung der Region gut versorgen kann. Die Verteilung des Einzelhandelsangebots weist in zahlreichen Sortimenten eine deutliche Konzentration auf die Zentralen Orte, insbesondere auf die höherstufigen Zentralen Orte, auf.
Daneben lassen sich aus der Bestands- und Trenduntersuchung des REHK verschiedene Herausforderungen erkennen, vor denen der Einzelhandel in der Region steht. Auszugsweise sind hier Betriebsgröße, Wettbewerbsfähigkeit und -druck (auch durch den Onlinehandel) sowie der geringe bis nicht vorhandene Zuwachs bei der Kaufkraft der Bevölkerung zu nennen. Die schlechtere Erreichbarkeit der Betriebe durch den Rückzug vor allem des Lebensmitteleinzelhandels „aus der Fläche“ bzw. dessen Verlagerung an die Ortsränder verschlechtert die Lebensqualität insbesondere derjenigen Bevölkerungsgruppen, die nicht regelmäßig auf ein eigenes Auto zurückgreifen können. Der überwiegend hohe Leerstand in innenstädtischen Lagen zeigt die Schwächung seiner eigentlich wichtigen zentrumsbildenden Funktion und stellt die Attraktivität der Zentren in der Region z.T. in Frage.
Damit der Einzelhandel die Versorgung mit Gütern auch zukünftig in einer Region mit durchschnittlich weniger und älteren Einwohnerinnen und Einwohnern gewährleisten kann, braucht es geeignete Rahmenbedingungen, die mit dem Regionalen Einzelhandelskonzept für die Region formuliert werden. Das REHK konkretisiert daher die raumplanerischen Handlungsaufträge aus dem Raumordnungsgesetz und dem Landesplanungsgesetz bzw. leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung dieser Grundsätze und Leitvorstellungen:

  • Erhaltung der Innenstädte und örtlichen Zentren als zentrale Versorgungsbereiche,
  • Erreichbarkeit von Einrichtungen und Angeboten der Grundversorgung für alle Bevölkerungsgruppen (§ 2 Abs. 2 Nr. 3 ROG),
  • zukunftsweisende Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Gestaltung des demografischen Wandels schaffen (§ 1 Abs. 3 Nr. 1 ThürLPlG),
  • Rahmen zur weiteren Stabilisierung und Entwicklung der polyzentrischen und vielfältigen Siedlungsstruktur bilden (§ 1 Abs. 3 Nr. 3 ThürLPlG) und
  • die wesentlichen Leistungen und Einrichtungen der Daseinsvorsorge, insbesondere die Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, müssen für alle Regionen sichergestellt werden (§ 1 Abs. 3 Nr. 6 ThürLPlG).

Beschluss der Planungsversammlung zum REHK

REHK

Datenblätter

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